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14.02.2011 - LICH (lad). Jazzrock lebt! Rund 200 Musikfreunde waren im voll besetzten Kino Traumstern in Lich neugierig darauf, was Gitarrist Albrecht "Ali" Neander ihnen unter dem zeitgemäßen Label NuJazzRock musikalisch zu erzählen hatte. Neugierig auch deshalb, weil Neander zwar seit über 30 Jahren im Musikgeschäft aktiv ist, aber eher als Gründungsmitglied und Saitenzupfer der hessischen Spaß-Rockcombo "Rodgau Monotones" denn als Jazzrock-Gitarrist bekannt ist. Nun stellte er die größtenteils selbstverfassten Werke seines ersten Solo-Albums vor, das sich gleichzeitig als eine Hommage an seine Jazzrock-Helden erweist. Gute zwei Stunden lang groovte er sich mitreißend, ja betörend ins Mark der Zuhörer. Die saßen gemütlich in den Kinosesseln und genossen das Zuhören. Protagonist Ali Neander gefiel mit seinem grazilen Saitenspiel: Rasante Tongirlanden und lyrische, schwebende Melodien wechselten sich gleich im Opener "Return of the Folk Hair Rebel" ab. Gemäß dem inoffiziellen Motto des Abends förderte "Sweet Confusion" ein durchwachsenes Gebräu an konfusen Einsprengseln zutage, so dass schnell klar wurde, dass die Hommage nicht nur am klassischen Jazzrock-Bild verhaften blieb. Vielmehr gesellten sich treibende Club-Beats und Keyboard-Sounds hinzu. Als Partner am E-Bass hat sich Neander keinen Geringeren als Bass-Legende Hellmut Hattler (Kraan, Tab Two, Hattler) an seine Seite geholt. Der ließ es sich natürlich nicht nehmen, sich auch in seinem eigenen Song "The Terrasse" vom aktuellen Hattler-Album "Gotham City Beach Club Suite" solistisch hervorzutun, während Neander das eingängige Thema intonierte. Doch Hattler agierte mit seinem Bassspiel ansonsten im Hintergrund. Auch das unermüdliche und exakte Schlagzeugspiel des erst 25-jährigen Moritz Müller soll nicht unerwähnt bleiben. Sein tolles Rhythmusgefühl krönte er mit einem Solo im ursprünglich als Werbesong gedachten Neander-Werk "The Interior". Als Vierter im Bunde lieferte der ebenfalls noch junge Pianist Martin Kasper einen soliden Part ab. Neben den vorgesehenen E-Piano- und Synthesizer-Sounds übernahm er auch die auf dem Album erklingenden Stimmen von Sopran-Saxofon und Oboe. Neben eigenen Songs erklangen auch Coverversionen, unter anderem John McLaughlins "Celestical Terrestrial Cummuters" oder das parodistische "Positively No Stairways to Heaven", das nur kurz "Led Zeppelin" zitierte, um dann in Latin-Gefilde abzudriften. Jazzrock soll eben Spaß machen. Und das empfand das Publikum genauso. | |